www.überlebensgeschichten.de:                 Hilfreiche (Link-)Tipps für Menschen in Not

Überlebende von Unglück und Krisen geben anderen ( betroffenen ) Menschen Mut, Hoffnung und Tipps aus ihren Erfahrungen.

 (Diese Seiten können ärztl./psycholog. Beratung nicht ersetzen

                                                                                       - sie sind nur ergänzend gedacht!).

  

 

  Wir freuen uns auch auf Ihre Beiträge                - vielen Dank! .

 

 

 Stark depressiv, extreme Redeangst,... Das kann, auch wenns vielleicht nicht so schlimm klingt,  ganz schön schaden! Obwohl ich viele Sachen wusste meldete ich mich deshalb z. B. in der Schule nicht, hatte so schlechtere Noten, schlechtere Chancen auch damit nach der Schule... usw.

Mir half nach zig erfolglosen Sachen nur die Erkenntnis, dass ich auch kein schlechterer, dümmerer Mensch als andere bin. Dumme Menschen machen sich auch so gut wie nie Gedanken, werden so auch fast nie depressiv... Das werden ja fast immer nur (etwas) klügere Menschen, die überhaupt richtig Nachdenken können und wollen... Dann dachte ich dann hab ich doch auch Grund auf mich stolz zu sein und hab auch was zu sagen... Ja!!!   

Heute bin ich auch sogar selbst psycholog. Beraterin. Früher wäre ich fast beim Therapeuten gelandet...           

Außerdem: Was heute als schlecht gilt wird später oder anderswo vielleicht gut angesehen: Bis 1975 war ja in D. Homosexualität eine "Krankheit". Heute sind Homosexuelle in Deutschland Regierungs-Spitzen!Was hier als krank gilt ist in anderen Ländern hoch angesehen. Z. B. auch "sehr schüchterne". Was in einer sehr konservativen kl. Stadt in Deutschland als "bäh" gilt ist in gr. Städten (Berlin, Köln usw.) voll angesagt... Usw. Don`t worry, bleibt cool, lasst euch nicht verunsichern, manchmal hilft auch ein Umzug mehr als eine Therapie, wenn z.B. euer Umfeld das Problem ist und nicht ihr (solang man nicht vor Problemen "in einem" wegläuft).   

Ein "nur" Arbeiter gilt heute zum Beispiel als wohl nicht so "wertvoll". Im Sozialismus sind Arbeiter total wichtig... Usw.                                                                  Nicole , Erlangen, 30

 

 Ihr glaubt, dass sich an euerer Lage nie wieder etwas ändern kann? Wir dachten auch nicht, dass die Mauer fällt (gebt die Hoffnung nie auf! WUNDER GIBT ES IMMER WIEDER!).   Und teilweise hielt mich auch nur Wut am Leben. Bis ich die dann endlich herauslassen konnte. Zwar stand dann gegen meinen Peiniger "Aussage gegen Aussage". Aber immerhin wird er sich überlegen, ob er anderen Leuten nochmals etwas antut. Denn wenn er dann  nochmals eine Anzeige bekommt  glaubt man ihm wohl ( noch) weniger...                                                                                                                                    "Ossi"

 

Mein Kind ins Heim geben war damals für mich die Hölle. Heute, auch nach therap. Hilfe,  weiß ich - es war das Beste, das ich für es tun konnte. Heute haben wir ein gutes Verhältnis.  A. R.

 

 Erst als ich richtig am Boden lag bekam ich Hilfe - als ich fast wegen Drogen hopps gegangen und im Knast gelandet wäre und dachte "jetzt bist du am Ende". Vorher nahm man meine Bedürfnisse, Probleme und so gar nicht richtig ernst. Erst am Abgrund begriffen ein paar Leute - und endlich auch ich selbst- dass es so nicht weiter gehen kann. Auch wenn mans nicht so weit kommen lassen sollte, das könnte tödlich enden, man sollte vorher lauter nach Hilfe schreien! Heute habe ich zwar viele "Freunde" weniger - aber das waren auch keine guten, die wollten nur von mir profitieren! Ich bin nun in ner sozialpädag. WG und in sozialpädag. Ausbildungs- Projekt. Zwar nicht alles easy - aber es geht Schritt für Schritt voran. Und das ist ja doch die Hauptsache!  Auch wenn nun gilt "ohne Fleiß kein Preis". Leben ist hart, tja...   Aber besser den (Über-)Lebens-Kampf annehmen als in Schein-Welten zu "leben", darin vor sich hin zu vegetieren, letztlich dann völlig leer und ohne Perspektive  . Dabei braucht man aber Hilfe. Und die anzunehmen ist völlig ok, alles andere als "uncool"!                                                                                                               Jogi (22), S.

 

 Leute, mir ist so viel Sch... in meinem Leben passiert, dass ich mich oft nur noch in Zynismus flüchten konnte... Aber immerhin hilft der auch oft. Mein Lebensmotto ist auch inzwischen echt "alway s look on the bright side of life" ... Denn, in der Tat; "Shit happens"... Das Leben ist halt nun mal nicht nur schön. Aber für manche Sachen lohnt es sich einfach zu leben und das "to be or not to be" mit "yes!!" zu beantworten.   Und: Humor, Humor, Humor... Gerade wenn einem nichts anderes übrig bleibt, einem nicht danach zumute ist... Man kann kaum gleichzeitig Lachen und Weinen (wenn natürlich auch oft Weinen hilft). Humor hilft, bringt die Dinge zum Fließen, in Bewegung (Humor kommt wohl auch von der Wort-Bedeutung her von "Fließen"). Echt: Lieber "arm dran als Arm ab". Viele Leute, z. B. auch "Behinderte", haben nur durch (auch Selbst-) Ironie überlebt. Das ist ja auch ne Riesen- Stärke.  Der berühmte jüdische Humor entstand z. B. auch in vielen KZs!!                                    Josef    (Weltenbummler)

 

Ratschläge sind gut. Bis zu einer bestimmten Grenze. Dann können sie aber auch Schläge werden, gegen die man sich auch wehren sollte !                                                                    R., Mettenhof

 

"I am what I am - und das ist gut so!!! Das half mir wirklich, hilft, egal ob man homosexuell, behindert oder sonst was ist. Jeder hat irgendne "Macke" (wenn das überhaupt eine ist) und sollte andere sein lassen wie sie halt sind . Bleibt bei euch!       Und klar, es gibt gute Sachen auf medizinischem und psychologischen und Gesundheitsgebiet. Aber viele Sachen sind auch nur Geldmacherei. Ein paar Jahre lang braucht man es unbedingt. Dann kommt heraus, dass es eigentlich wenig bringt. Manchmal sogar erst richtig krank macht. Die meisten Kopfschmerzen bekommt man ja z. B. durch Kopfschmerz- Tabletten- Nebenwirkungen. Teueren Nahrungsergänzungsmitten wurde ja nun z. B. auch nachgewiesen, dass sie nichts bringen oder gar schädlich sind usw. Viele Therapien sollen einen zu etwas machen, was man eigentlich gar nicht werden will. Vielleicht möchte man ja aber gar kein dieser Gesellschaft angepasster  Mensch sein? Vielleicht möchte man nicht nur Ellbogen raus machen, Konkurrenten um Arbeitsplätze ausstechen etc. Sondern viel mehr solidarisch sein, hat ganz andre Werte? Wie viele gute Leute landen heute auf der "Couch" oder sogar in der "Klappse"? Und wie viele Idioten machen Karriere? Die Gesellschaft ist doch wirklich krank, wenn fast immer nur die Guten als "krank gelten"! Überlegt doch mal, ob ihr euch wirklich ändern wollt /sollt, oder ob IHR nicht die GUTEN seid!  Oder zumindest nicht krank! Bis 1975 galt z. B, Homosexualität  in Deutschland als psychische "Erkrankung". Heute sind führende Politiker hier bekennende Homosexuelle. Ewigkeiten gab es also Leute, auch in anderen Bereichen, die eigentlich völlig normal waren aber als krank abgestempelt wurden und dadurch (!) natürlich richtig krank wurden. Was heute als krank gilt, wer weiß, ob das in ein paar Jahren noch so ist? Lasst euch vor allem nicht verrückt machen!!                                                                                                            Wolle, 42, B.

 

 

Tatsächlich hilft auch Dinge, Erlebnisse aus einer anderen Perspektive zu sehen:

Nach dem für mich grausamen Tod meiner geliebten Eltern war ich total am Abgrund, schien mein Leben ohne Sinn, dachte ich über Suizid nach. Die Trauer, Schmerz war zu groß. Klar, Psychotherapie half etwas und auch doch viele Beileidsbekundungen trösteten, halfen etwas. Vor allem half aber eine Frage: "Wäre dir lieber, wenn du nicht so traurig wärest?". Hier antwortete ich letztlich doch mit "Nein!!". Denn die Trauer war ja auch so groß, weil die Liebe entsprechend war... So war meine Trauer ja letztlich ein "Liebesbekenntnis", das auch etwas Gutes hatte, zeigte wie schön ja das zuvor gemeinsam Erlebte war, das - und das Andenken meiner Eltern - ich auch weiter wahren möchte. Die Liebe bleibt auch, auch über alle Grenzen hinweg, die Liebe und Andenken gibt mir nun  auch neue Kraft. Und weiterleben möchte ich ja alleine schon für mein Kind, durch dessen Blut ja auch noch etwas das der Verstorbenen       fließt...                                                                                                      W., Kiel

 

 

 

Mir half der Rat eines Therapeuten gegen mein starkes "Burn out": Ich soll mir jeden Tag aufschreiben was ich Gutes geschafft hatte, auch "nur" ganz normale Sachen. Zuvor hatte ich immer nur registriert, was ich nicht geschafft hatte, das andere nahm ich für "selbstverständlich". Nun bin ich immer viel zufriedener und gönne mir auch mal verdiente Pausen....  Und sehe auch, dass ich doch viel wertvoller bin für andere Menschen, auch viele gute Sachen mache- so  auch mein Leben mehr Sinn macht als ich dachte, auch in der Familie, Freunde usw. Notfalls - wenn man das nicht mehr hat - kann man es auch werden, wenn man anderen hilft. Und Menschen, die  Hilfe brauchen gibt es ja mehr als genug... Zumal jeder einmal Hilfe braucht. Sich das einzugestehen ist auch keine Schande! Das Schlimmste was man machen kann ist vielleicht von sich zu verlangen, dass man alles ohne Hilfe schaffen muss. Und dass man sich zu viele Vorwürfe macht, das sogar auch noch wenn man Hilfe braucht...    

Wichtig auch: Nicht immer alles auf die Goldwaage legen. Mancher, der helfen will macht das vielleicht nicht so geschickt, verärgert einen sogar. Aber die gute Absicht zählt ja! Man muss den Helfern auch sagen, wie sie genau (optimal) helfen können statt denen für ihre gute Absicht auch noch Vorwürfe zu machen. Man kann ja auch nett sagen, was einem hilft (und was nicht).

Überhaupt: Im Streit sagt man sich auch mal schlimme Sachen, wenn man sich viel bedeutet gehen eben auch die Emotionen dann hoch. Schaut mal bei jedem Ärger, Streit, Enttäuschung nochmals hinter die Fassade: Meint der andere es böse mit euch? Oder eigentlich gut, da hat sich nur durch Missverständnisse etwas hochgekocht? Meint(e) es der Andere nicht gut? Das finde ich irre wichtig!

 

                                                                                                             Heinz L., Berlin (43)

 

 

 

 Alles hat Vor-und Nachteile, ist für etwas gut... Als man mir damals das sagte, als ich erblindete wäre ich demjenigen wohl fast an die Gurgel gegangen. Heute sehe ich das - fast immer -auch so, bin trotzdem zufrieden geworden im Leben, erfolgreich im Beruf, glückliche Familie... Und habe - trotz allen Nachteilen natürlich - auch Vorteile: Meine anderen Sinne wurden so geschärfter, ich kann ziemlich gut hören, so auch z. B. sehr gut musizieren...

Und es stimmt /hilft wirklich auch das Wort "man ist nicht behindert, man WIRD behindert"- durch noch zu schlechte gesellschaftliche Bedingungen (gerade auch aber nicht nur für "Behinderte"). Also ist oft nicht das "individuelle Schicksal" das Problem sondern schlechte gesellschaftliche Umstände. Dagegen mit anderen zu kämpfen gibt mir auch neue Hoffnung, Mut und Kraft und zeigt auch : Ich bin nicht allein (mit meinem Schicksal- und Kampf)!             Das gilt sicher auch für Probleme bei der Arbeit oder z. B. bei allein erziehenden Eltern usw. Tauscht euch aus, bildet Netzwerke, organisiert euch... Gemeinsam ist man stärker! Und erreicht auch viel! Das steht leider nicht so in den Zeitungen. Aber auf Web-Seiten von Selbsthilfegruppen, Gewerkschaften usw. (s. auch die Link- Tipps hier) sieht man, dass man (gemeinsam) sehr viel erreichen kann!                 S., Berlin

 

 

 

Mir half wirklich auch die Zeit, die (fast) alle Wunden heilte. Heute kann ich mir auch gar nicht mehr erklären, warum mich früher ein paar Sachen so aus der Bahn geworfen haben. Heute weiß ich, dass das gar nicht so bedeutend war. Mein Tipp also: Geduld haben, Vieles nicht so wichtig nehmen. In der Ruhe, Gelassenheit ist wirklich oft auch die Kraft!  Ebenso wie in der Erkenntnis, dass keiner unfehlbar ist ("Nobody is perfect")!    D.h. man sollte auch oft - wenn auch nicht zuviel, manchmal ist ja natürlich auch Wut berechtigt - verzeihen können. Sich und anderen Menschen. Vor allem sollte man aber auch bei sich bleiben. Sich nicht hetzen lassen, von anderen Leuten zu oft sagen lassen, was man denken und machen soll,

Auch Probleme/Schuld etc. einreden  lassen.       Selbstkritik ist natürlich gut. Und auch sich erst einmal "an die eigene Nase fassen". Das sollten aber alle, auch Mitmenschen tun!  Wichtig: Viele andere Leute sind nicht besser als man selbst.  Sie tun, reden nur so!! 

Die besten Menschen machen sich oft sogar noch Vorwürfe! Weil sie halt "Gutes tun und darüber nicht reden". Oder halt "nur" ganz normal leben. Andere, oft Idioten, reden aber immer darüber, wie toll sie angeblich sind - und machen sogar noch den "Gutmenschen" halt auch noch schlechtes Gewissen (dass sie angeblich nicht so toll sind).  Was für eine verrückte Welt!  

Und: Nie, nie den Respekt vor sich selbst verlieren. Das ist das Schlimmste!! Jeder hat gute Seiten!  Und von ein paar Menschen, zumindest, wird man dafür auch Achtung bekommen. Das reicht doch. Und erfreut euch auch "kleiner" Leistungen! Die können auch viel wert und mit wenig Kraft aller Ehren wert sein!        Und: Egal, ob arm oder sonstwas: Hauptsache man kann sich am Ende des Tages ruhigen Gewissens im Spiegel anschauen. Das ist mehr wert, dann ist man auch mehr Vorbild als viele Reichere...         Günther L., Stuttgart, 80

 

 

Durch ein Unglück verlor ich fast mein ganzes "Hab und Gut". Schrecklich. Am Leben hielt mich aber, dass ich - was ich aber erst nach einiger Zeit wieder richtig erkennen konnte - glücklicherweise dabei - was auch hätte passieren können- nicht auch noch meine Familie und Gesundheit verlor, das Wichtigste also noch hatte! So, damit,  hatte ich dann auch wieder die Kraft zum Neu- Aufbau    Damals hätte mir wohl keiner das (spanische) Sprichwort sagen sollen (sinngemäß)  "Wenn dir dein Haus abbrennt wärme dich daran". Heute sehe ich es aber auch so... Auch mein neues, noch schöneres Haus auch wieder vor Augen.        

Für mich hilfreiche therap.-Tipps auch: Bei Riesen-Problemen Schritt für Schritt diese angehen, auch über den kleinsten Schritt nach vorne freuen. Denkt man immer nur an den ganzen Berg wird man von dem (gedanklich) erdrückt. Man kann nicht mehr als möglich tun. Schritt für Schritt. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut... Hauptsache man bemüht sich wirklich, es geht nach vorne, auch trotz gelegentlichen - normalen - Rückschlägen.                             J. M., Potsdam

 

 

 Mir half nach schlimmsten Erlebnissen, auch Verlust von allem "Hab und Gut" im Krieg der Glauben... Zunächst an Gott, dann immer mehr auch an Mitmenschen, mich selbst und eine neue Zukunft.     Dachte ich zuerst, dass alles verloren ist lernte ich später die Liebe meines Lebens kennen an dem neuen Ort, in den ich (unfreiwillig) vertrieben wurde.       Wurde dort glücklicher als ich es sonst wohl je geworden wäre. Und: In Zeiten der Not erkennt man erst, wer wirklich ein Freund ist, zu dir hält- eine Erkenntnis, die auch      Gold wert ist... Denn ein guter Freund ist wirklich das Beste, das es gibt!                                                                                                Maria H., bei Ahorn , 78

 

 

 

 

 

 

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